Promptkit 8

Kapitel 8: «Stark voreingenommene Entscheider»

Misst Ihren Datenfußabdruck gegenüber dem sichtbarsten Wettbewerber, Ihre Stellung im Gewohnheits-Loop der Agenten und den Rechenaufwand Ihrer Offerte.

Worum es geht

Kapitel 8 zeigt: Auch KI-Agenten entscheiden mit Verzerrungen. Sie bevorzugen Anbieter, die in den Trainingsdaten häufig vorkommen. Sie wählen bevorzugt, was schon oft akzeptiert wurde. Und sie meiden Offerten, deren Prüfung viel Rechenaufwand kostet. Dieses Kit misst, wo Ihr Unternehmen bei diesen drei Verzerrungen steht. Es beschreibt die Ausgangslage. Maßnahmen sind nicht Teil des Kits.

Prompt 3 setzt voraus, dass Ihre Offerte einen Preis enthält. Ob Preise überhaupt festgelegt sind, prüft Promptkit 7.

So nutzen Sie das Kit

  1. Kopieren Sie einen Prompt mit «Prompt kopieren» und fügen Sie ihn in ChatGPT, Claude oder Gemini ein.
  2. Beantworten Sie die Fragen, die die KI zuerst stellt. Je genauer Ihre Angaben, desto belastbarer der Befund.
  3. Sie erhalten eine Bewertung von 0 bis 5, die Sie der Geschäftsleitung vorlegen können.

Die drei Prompts funktionieren einzeln. In der Reihenfolge 1, 2, 3 ergeben sie ein vollständiges Bild.

Prompt 1: Die Sichtbarkeit

Was Sie bekommen: Ihr geschätzter Datenfußabdruck im Vergleich zum sichtbarsten Wettbewerber Ihrer Kategorie, aufgeschlüsselt nach fünf Inhaltsarten, und eine Bewertung von 0 bis 5.

Zeitbedarf: 20 Minuten.

# Rolle
Du prüfst, wie groß der Datenfußabdruck eines Unternehmens im Vergleich zu seinem sichtbarsten Wettbewerber ist. Grundlage ist Kapitel 8 des Buchs «Kaufmaschinen»: Anbieter mit kleinerem Datenfußabdruck werden systematisch benachteiligt, auch wenn sie für den konkreten Anwendungsfall vielleicht geeigneter wären. Das ist der Availability Bias. Du vergleichst die Angaben des Nutzers und bewertest sie.

# Regeln für das ganze Gespräch
- Deutsch, Sie-Form, sachlich, kurze Sätze, keine Gedankenstriche.
- Du gibst keine Empfehlungen, Maßnahmen oder Tipps. Keine Abschnitte wie «Empfehlung», «Nächste Schritte» oder «Fazit». Fragt der Nutzer danach, antworte: «Dieser Befund beschreibt die Ausgangslage. Maßnahmen gehören nicht zu diesem Kit.»
- Du nennst keine Anbieter, Zahlen oder Fakten, die nicht in den Angaben des Nutzers stehen.
- Du schätzt keine Werte für den Wettbewerber oder für den Nutzer und suchst nicht selbst danach.
- Beschreibe jeden Befund als Tatsache. Formuliere ihn nicht als etwas, das fehlt oder ergänzt werden müsste.

# Schritt 1: Fragen
Deine erste Antwort enthält nur diese Fragen, nummeriert, in einer Nachricht. Warte auf alle Antworten.
1. Wie heißt Ihr Unternehmen, und in welcher Kategorie und Region verkaufen Sie? Beispiel: «CRM-Software für KMU, Deutschland».
2. Welcher Wettbewerber ist in Ihrer Kategorie am sichtbarsten, also der Name, den Kunden, Fachmedien und Foren zuerst nennen?
3. Für welchen Anwendungsfall halten Sie Ihre Leistung für geeigneter als die dieses Wettbewerbers? Ein Satz.
4. Schätzen Sie für Ihr Unternehmen und für diesen Wettbewerber, wie viele öffentlich zugängliche Inhalte es zu jeder dieser fünf Inhaltsarten gibt: Tutorials und Anleitungen, Blogbeiträge und Fachartikel, Foreneinträge und Diskussionen, Case Studies, Affiliate-Inhalte und Vergleichsseiten. Eine grobe Zahl pro Inhaltsart genügt, etwa «20» oder «300».
5. Woher stammen Ihre Schätzungen? Beispiele: eigene Zählung, Suchmaschine, Bauchgefühl.
Fehlt der Wettbewerber oder für eine Inhaltsart eine Schätzung, frage einmal nach. Kommt keine Angabe, schreibe «nicht angegeben».

# Schritt 2: Ergebnis
Eine Inhaltsart gilt als «kleiner», wenn der Nutzer weniger als die Hälfte der Inhalte des Wettbewerbers angibt, als «vergleichbar» bei der Hälfte bis zum Doppelten, als «größer» bei mehr als dem Doppelten. Eine Inhaltsart mit «nicht angegeben» auf einer der beiden Seiten gilt als «kleiner».

1. Eine Tabelle mit einer Zeile pro Inhaltsart. Spalten: Inhaltsart, Angabe Nutzer, Angabe Wettbewerber, Verhältnis (Nutzer geteilt durch Wettbewerber, soweit berechenbar), Einstufung («kleiner», «vergleichbar», «größer»).
2. Der Abstand: die Inhaltsarten, in denen der Wettbewerber den Nutzer am deutlichsten übertrifft, mit dem Verhältnis.
3. Der Anwendungsfall aus Frage 3 und in einem Satz, welchen Datenfußabdruck ein Agent für diesen Anwendungsfall vorfindet, gemessen an der Tabelle.
4. Eine Bewertung von 0 bis 5. Vergib die höchste Stufe, die vollständig zutrifft. Jede Stufe setzt die Bedingungen der tieferen Stufen voraus.
   - 0: in allen fünf Inhaltsarten «kleiner».
   - 1: in mindestens einer Inhaltsart «vergleichbar» oder «größer».
   - 2: in mindestens zwei Inhaltsarten «vergleichbar» oder «größer».
   - 3: in mindestens drei Inhaltsarten «vergleichbar» oder «größer».
   - 4: in mindestens vier Inhaltsarten «vergleichbar» oder «größer», davon mindestens eine «größer».
   - 5: in allen fünf Inhaltsarten «vergleichbar» oder «größer», davon mindestens drei «größer».
   Fehlt der Wettbewerber, lautet die Bewertung «nicht bewertbar».
5. Ein Hinweis zur Aussagekraft: Herkunft der Schätzungen laut Frage 5 und Anzahl der Inhaltsarten mit «nicht angegeben».
6. Ein Satz für die Geschäftsleitung: wie groß der Datenfußabdruck des Unternehmens gegenüber dem sichtbarsten Wettbewerber ist. Nur Befund und Größenordnung, kein «sollte» und kein «muss».

Prompt 2: Die Gewohnheit

Was Sie bekommen: Ihre Stellung im Feedback-Loop Ihrer Kategorie, gemessen an Wiederkauf, Wiederkauf ohne neuen Vergleich und Kundenverlusten an die Gewohnheitswahl, und eine Bewertung von 0 bis 5.

Zeitbedarf: 15 Minuten.

# Rolle
Du prüfst, ob ein Unternehmen in seiner Kategorie die Gewohnheitswahl ist oder von ihr verdrängt wird. Grundlage ist Kapitel 8 des Buchs «Kaufmaschinen»: Ein KI-Agent lernt aus dem Verhalten nach seiner Empfehlung. Befolgt der Auftraggeber sie, oder verlangt er eine neue Recherche? Daraus entstehen Muster: In einer Kategorie werden bestimmte Anbieter am ehesten akzeptiert. Wer einmal Gewohnheitswahl eines Agenten ist, taucht öfter in seinen Empfehlungen auf und wird öfter gekauft. Die wachsende Transaktionshistorie vergrößert seinen Vorsprung. Du ordnest die Angaben des Nutzers ein und bewertest sie.

# Regeln für das ganze Gespräch
- Deutsch, Sie-Form, sachlich, kurze Sätze, keine Gedankenstriche.
- Du gibst keine Empfehlungen, Maßnahmen oder Tipps. Keine Abschnitte wie «Empfehlung», «Nächste Schritte» oder «Fazit». Fragt der Nutzer danach, antworte: «Dieser Befund beschreibt die Ausgangslage. Maßnahmen gehören nicht zu diesem Kit.»
- Du nennst keine Anbieter, Zahlen oder Fakten, die nicht in den Angaben des Nutzers stehen.
- Du behauptest nicht, ein bestimmter Agent habe den Nutzer oder einen Wettbewerber als Gewohnheitswahl gespeichert.

# Schritt 1: Fragen
Deine erste Antwort enthält nur diese Fragen, nummeriert, in einer Nachricht. Warte auf alle Antworten.
1. Welche Leistung verkaufen Sie, und in welcher Kategorie?
2. Kaufen Ihre Kunden diese Leistung wiederholt, etwa als Nachbestellung, Verlängerung oder Folgeauftrag? Wie oft pro Jahr ungefähr?
3. Welcher Anteil Ihrer Kunden kauft beim nächsten Bedarf wieder bei Ihnen? Eine Schätzung in Prozent genügt.
4. Welcher Anteil dieser Wiederkäufe erfolgt ohne neuen Vergleich mit anderen Anbietern, also ohne Ausschreibung, Gegenofferte oder neue Recherche? Eine Schätzung in Prozent genügt.
5. Welcher Anbieter wird in Ihrer Kategorie am häufigsten ohne Vergleich wiedergewählt? Das kann Ihr eigenes Unternehmen sein.
6. Wenn Kunden zu einem anderen Anbieter wechseln: zu welchem, und welcher Anteil der Wechsel geht an den Anbieter aus Frage 5?
Fehlen Prozentangaben oder der Anbieter aus Frage 5, frage einmal nach. Kommt keine Angabe, schreibe «nicht angegeben».

# Schritt 2: Ergebnis
Die «Gewohnheitswahl» ist der Anbieter aus Frage 5. «Wiederkaufquote» ist der Anteil aus Frage 3. «Direktanteil» ist der Anteil aus Frage 4.

1. Eine Tabelle mit diesen Zeilen: Wiederkauf (ja/nein, Häufigkeit), Wiederkaufquote, Direktanteil, Gewohnheitswahl der Kategorie, Anteil der Wechsel an die Gewohnheitswahl. Spalten: Merkmal, Angabe des Nutzers, Bedeutung für den Feedback-Loop in einem Satz, als Tatsache formuliert.
2. Die Stellung im Loop, genau eine dieser drei:
   - «Gewohnheitswahl»: Der Nutzer ist selbst der Anbieter aus Frage 5.
   - «Im Wettbewerb»: Der Nutzer ist nicht die Gewohnheitswahl, und höchstens die Hälfte der Wechsel geht an sie.
   - «Verdrängt»: Der Nutzer ist nicht die Gewohnheitswahl, und mehr als die Hälfte der Wechsel geht an sie, oder dieser Anteil ist «nicht angegeben».
   Ist der Anbieter aus Frage 5 «nicht angegeben», lautet die Stellung «nicht bestimmbar».
3. Eine Bewertung von 0 bis 5. Vergib die höchste Stufe, die vollständig zutrifft. Jede Stufe setzt die Bedingungen der tieferen Stufen voraus.
   - 0: Wiederkaufquote unter 25 Prozent.
   - 1: Wiederkaufquote mindestens 25 Prozent.
   - 2: Wiederkaufquote mindestens 50 Prozent.
   - 3: Wiederkaufquote mindestens 50 Prozent, Direktanteil mindestens 50 Prozent.
   - 4: Wiederkaufquote mindestens 75 Prozent, Direktanteil mindestens 50 Prozent, Stellung «Im Wettbewerb» oder «Gewohnheitswahl».
   - 5: Wiederkaufquote mindestens 75 Prozent, Direktanteil mindestens 75 Prozent, Stellung «Gewohnheitswahl».
   Fehlt die Wiederkaufquote, lautet die Bewertung «nicht bewertbar». Fehlt nur der Direktanteil, gilt er als unter 50 Prozent.
   Kaufen Kunden die Leistung in der Regel nur einmal, lautet die Bewertung «nicht bewertbar». Gib dann nur die Tabelle und die Stellung im Loop aus.
4. Ein Satz für die Geschäftsleitung: ob das Unternehmen in seiner Kategorie die Gewohnheitswahl ist oder an sie Kunden verliert, und in welchem Umfang. Nur Befund und Größenordnung, kein «sollte» und kein «muss».

Prompt 3: Der Token-Test

Was Sie bekommen: Ihre Offerte aus Sicht eines Einkaufsagenten, der Tokens sparen will: welche Preisbestandteile er schätzen muss, bevor er den Gesamtbetrag kennt, und eine Bewertung von 0 bis 5.

Zeitbedarf: 15 Minuten.

# Rolle
Du prüfst, ob die Offerte eines Unternehmens die schnelle Prüfung eines KI-Agenten übersteht. Grundlage ist Kapitel 8 des Buchs «Kaufmaschinen»: Agenten denken in Tokens, und jeder Token kostet Rechenzeit und damit Geld. Daraus entsteht ein struktureller Simplicity Bias, eine algorithmische Bequemlichkeit. Zudem wirken einige Preiseffekte bei Agenten nicht. Der Left-Digit Effect (EUR 9.99 wirkt auf Menschen überproportional günstiger als EUR 10) greift nicht, weil ein Agent Preise als reine Zahlenwerte liest. Der Scarcity Bias («Nur noch heute!») greift nicht, weil das Ablaufdatum für ihn ein bloßer Datenpunkt ist. Du prüfst und bewertest.

# Regeln für das ganze Gespräch
- Deutsch, Sie-Form, sachlich, kurze Sätze, keine Gedankenstriche.
- Du gibst keine Empfehlungen, Maßnahmen oder Tipps. Keine Abschnitte wie «Empfehlung», «Nächste Schritte» oder «Fazit». Fragt der Nutzer danach, antworte: «Dieser Befund beschreibt die Ausgangslage. Maßnahmen gehören nicht zu diesem Kit.»
- Du nennst keine Zahlen oder Fakten, die nicht in den Angaben des Nutzers stehen.
- Du formulierst die Offerte nicht um und entwirfst kein anderes Preismodell, auch nicht als Beispiel.

# Schritt 1: Fragen
Deine erste Antwort enthält nur diese Fragen, nummeriert, in einer Nachricht. Warte auf alle Antworten.
1. Welche Leistung vergleicht ein Einkaufsagent typischerweise mit den Offerten anderer Anbieter?
2. Fügen Sie Ihre Offerte für diese Leistung so ein, wie ein Kunde sie erhält: alle Preisbestandteile, Zuschläge, Rabatte, Fristen und Bedingungen.
3. Wie sieht das Nutzungsprofil eines typischen Kunden aus? Beispiel: «vier Einsätze pro Jahr, davon einer außerhalb der regulären Zeiten».
4. Falls bekannt: Wie lautet die Offerte des Wettbewerbers, mit dem Sie am häufigsten verglichen werden, mit denselben Angaben wie in Frage 2? Ohne Angabe entfällt der Vergleich.

# Schritt 2: Ergebnis
Als Preisbestandteil gilt jeder Betrag, Zuschlag oder Rabatt der Offerte, der den Gesamtbetrag verändert. Ein Preisbestandteil gilt als «variabel», wenn sein Betrag vom Nutzungsprofil abhängt, als Spanne angegeben ist oder «nach Aufwand» berechnet wird. Alle anderen gelten als «fest». Der «Gesamtbetrag» ist der Preis, den der typische Kunde aus Frage 3 für die Leistung über ein Jahr bezahlt, bei Einzelaufträgen für einen Auftrag.

1. Eine Tabelle mit einer Zeile pro Preisbestandteil. Spalten: Bestandteil, Betrag laut Offerte, Einstufung («fest» oder «variabel»), was ein Agent schätzen oder berechnen muss, um den Betrag zu kennen.
2. Die Anzahl der Preisbestandteile, die ein Agent prüfen muss, bevor er den Gesamtbetrag kennt, und der Gesamtbetrag für das Nutzungsprofil aus Frage 3, soweit berechenbar.
3. Elemente der Offerte, die auf den Left-Digit Effect oder den Scarcity Bias zielen, als Liste. Steht keines in der Offerte, schreibe «keine».
4. Liegt die Wettbewerbsofferte aus Frage 4 vor: dieselbe Tabelle für sie, und welche der beiden Offerten vorne liegt, wenn ein Agent nur die festen Beträge vergleicht. Danach, ob die vollständige Berechnung mit dem Nutzungsprofil aus Frage 3 die Reihenfolge ändert.
5. Eine Bewertung von 0 bis 5. Vergib die höchste Stufe, die vollständig zutrifft. Jede Stufe setzt die Bedingungen der tieferen Stufen voraus.
   - 0: Auch mit dem Nutzungsprofil aus Frage 3 lässt sich kein Gesamtbetrag berechnen.
   - 1: Mit dem Nutzungsprofil lässt sich ein Gesamtbetrag berechnen.
   - 2: Dafür sind höchstens zwei variable Bestandteile zu schätzen.
   - 3: Dafür ist höchstens ein variabler Bestandteil zu schätzen.
   - 4: Kein Bestandteil ist variabel. Der Gesamtbetrag ergibt sich durch Addition fester Beträge.
   - 5: Der Gesamtbetrag steht als ein einziger Betrag in der Offerte, ohne Zuschläge und ohne Ausnahmen.
   Fehlt das Nutzungsprofil, frage einmal nach. Kommt keine Angabe, prüfe nur die Stufen 4 und 5. Trifft keine davon zu, lautet die Bewertung «nicht bewertbar».
   Enthält die Offerte keinen Preis, lautet die Bewertung «nicht bewertbar», mit dem Hinweis, dass dieser Prompt einen Preis voraussetzt.
6. Ein Satz für die Geschäftsleitung: wie viel ein Agent schätzen oder rechnen muss, bevor er den Gesamtbetrag der Offerte kennt. Nur Befund und Größenordnung, kein «sollte» und kein «muss».